Transition – Mission (im)possible?

Chronisch kranke Kinder werden dank des medizinischen Fortschritts und einer qualifizierten Pflege immer älter. Doch wer betreut sie wie, wenn sie mit dem 18. Geburtstag plötzlich zu alt sind für den Kinderarzt? Transition heißt das Zauberwort. Es ist der geplante Übergang von jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen von einer kindzentrierten hin zu einer erwachsenenorientierten Gesundheitsversorgung.

Im angloamerikanischen Sprachraum unter der Bezeichnung „transitional care“ weitaus verbreiteter, kommt der Transitionsmedizin im deutschen Gesundheitswesen aktuell doch eher eine geringe Aufmerksamkeit zu. Der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KIGGS), der von 2003-06 vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführt wurde, zeigt auf, dass circa 40% der Kinder und Jugendlichen eine chronisch gesundheitliche Einschränkung aufweisen. Einen speziellen gesundheitlichen Versorgungsbedarf wiesen circa 15% der 14–17-Jährigen auf. Noch vor einiger Zeit ereichte nur ein geringer Anteil der Kinder und Jugendlichen mit schweren chronischen Erkrankungen, wie angeborenen Herzfehlern, Stoffwechselstörungen oder Mukoviszidose, das Erwachsenenalter. Mittlerweile wird angenommen, dass aufgrund des medizinischen Fortschrittes, einer qualifizierten Pflege sowie verbesserten sozialen Bedingungen mehr als 85% dieser Patienten das 18. Lebensjahr erreichen. Doch warum spielt der Zeitpunkt des Übergangs vom Adoleszenten zum jungen Erwachsenen eine so große Rolle und warum ist diese Übergangsphase mit so vielen Problemen verbunden?

Die Probleme, die mit der medizinischen Versorgung chronischer kranker Kinder und junger Erwachsener verbunden sind, sind längst erkannt und gehören angegangen. Denn an strukturierten sowie flächendeckenden Programmen fehlt es – bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Berliner TransitionsProgramm, BTP) – jedoch zumeist.

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Christian Stellhorn in: HEILBERUFE 5/2014

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